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#16 Re[11]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Alina 05.11.2007 17:41

Aglazan>Traurig. Da merkt man wieder einmal, wo die Prioritäten in der Politik liegen bzw. was Lobbyarbeit mit richtig viel Geld dahinter so alles bewirken kann.

Tabakkonzerne, Stromkonzerne, Gaskonzerne (Danke, Schröder...), ... Hätte ich das Geld, die da droben in Berlin (also die Politiker mal wieder) zu bestechen, würde ich die Pendlerpauschale wieder für alle machen (net erst ab 21 km für die Leute, die zu faul sind zum Umziehen. -__-), das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden sinnvoll gestalten (Ein-Raum-Kneipen können das net umsetzen, verdammt noch mal; das wäre Landtag Bayern) und äh... ja... mir fiele da so einiges ein. z. B. auch das Thema gerechte Strafen.
#17 Re[12]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Aglazan 06.11.2007 08:32

Die Abstimmung über die Vorratsdatenspeicherung wurde erst mal verschoben (Quelle: SZ)
#18 Re[13]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von raben-aas 06.11.2007 10:42

Paar Tipps noch:

Datenfrei kommunizieren Drucken E-Mail

Während eine Vorratsdatenspeicherung Anbieter zur Protokollierung Ihrer Kommunikation verpflichten würde, speichern die Firmen Telekommunikationsdaten schon heute verbreitet auf freiwilliger Basis. Vollziehen Sie Ihren persönlichen Ausstieg aus dieser "kleinen Vorratsdatenspeicherung"! Wir zeigen Ihnen sechs Möglichkeiten, um eine Protokollierung Ihrer Kommunikation zu verhindern. Die Palette reicht von einfachen Maßnahmen bis hin zu technisch anspruchsvollen Lösungen.

1. Löschung und Kürzung verlangen (Festnetz, Handy, VoIP)

Verbindungsdaten, von denen die Rechnungshöhe abhängt (z.B. gewählte Nummern, Anrufzeiten), werden von Festnetz-, Handy, und VoIP-Anbietern zwischen 80 Tage und sechs Monate lang gespeichert. Jeder Kunde hat aber das Recht, von seinem Anbieter die Löschung der Verbindungsdaten schon mit Versand der Rechnung zu verlangen. Ein Nachweisrisiko ist damit nicht verbunden, weil man nach wie vor die Zusendung eines Einzelverbindungsnachweises verlangen kann. Daneben kann jeder Kunde verlangen, dass die von ihm gewählten Rufnummern nur um drei Ziffern verkürzt erfasst werden.

2. Pauschaltarife/Flatrates buchen (Festnetz, Handy, Internetzugang, VoIP)

Anrufe und Verbindungen, die keine zusätzlichen Kosten verursachen, dürfen von den Anbietern nicht protokolliert werden. Pauschaltarife/Flatrates verhindern also von vornherein die Speicherung von Verbindungsdaten. Solche Flatrates werden nicht nur für Internetverbindungen angeboten, sondern auch für Anrufe in das Festnetz, in die Mobilfunknetze usw.

3. Anbieter wechseln (hauptsächlich Internetzugang)

Einige Anbieter halten sich nicht an die gesetzliche Vorgabe, dass nur abrechnungsrelevante Verbindungsdaten gespeichert werden dürfen. In diesem Fall hilft nur ein Wechsel des Anbieters. Vergessen Sie nicht, dem Anbieter den Grund Ihrer Kündigung mitzuteilen.

Besonders einige Internet-Zugangsanbieter speichern rechtswidrig, wann ihre Kunden mit welcher IP-Adresse im Internet unterwegs waren. Mithilfe anderer Daten kann so jeder Klick des Nutzers im nachhinein nachverfolgt werden. Insbesondere T-Online und andere Wiederverkäufer der Deutschen Telekom speichern IP-Adressen 7 Tage lang. Datenschutzfreundlichere Anbieter gibt es viele: Lycos speichert IP-Adressen nicht, Freenet speichert sie fünf Tage lang, Hansenet/Alice fünf Tage lang, QSC "wenige Tage" lang. Fragen Sie Ihren Anbieter oder lesen Sie diese Übersicht!

4. Anonym kommunizieren (Handy, Email)

Ihr Name, Anschrift, Geburtsdatum und mehr können von Strafverfolgern, Geheimdiensten, aber auch zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten, Schwarzarbeit usw. eingesehen werden. Am sichersten kommuniziert, wer sich schon gegenüber seinem Anbieter nicht identifiziert. Im Mobilfunkbereich machen dies vorausbezahlte Prepaid-Karten möglich, die auf eine andere Person angemeldet sind. Solche Karten können etwa auf Ebay ersteigert werden. Auch einige Händler registrieren Prepaid-Karten auf Wunsch auf ihren eigenen Namen. Bei Emaildiensten findet keine Kontrolle der abgefragten persönlichen Daten statt. Bei der Anmeldung eines Emailkontos muss man die Fragen nach persönlichen Daten also nicht richtig beantworten.

5. Emailspeicherung begrenzen

Wer seine Emails lange im Postfach liegen lässt, ermöglicht anderen den Zugriff darauf. Wählen Sie daher keine zu lange Speicherdauer. Wenn Sie ein Emailprogramm verwenden (z.B. Outlook), können Sie Ihre Emails nach der Übertragung automatisch vom Server des Anbieters löschen lassen. Rufen Sie dazu die Einstellungen Ihres Emailprogramms auf.

6. Anonym surfen

Webseiten, die Sie im Internet besuchen, speichern oftmals jeden Ihrer Klicks und jede Ihrer Sucheingaben auf Vorrat. Besonders US-Anbieter wie Ebay und Amazon bewahren Ihr Surfverhalten zeitlich unbegrenzt in den USA auf und ermöglichen dadurch den dortigen Geheimdiensten den Zugriff auf Ihre Daten. Die folgenden Gegenmaßnahmen stehen Ihnen zur Verfügung:

a) Anmeldung vermeiden

Melden Sie sich auf Internetseiten nur dann mit Benutzername und Passwort an (Login), wenn es unvermeidbar ist. Melden Sie sich sobald wie möglich wieder ab. Ihre Aktionen während der Anmeldung können personenbezogen gespeichert und zu einem Nutzerprofil verdichtet werden. Wenn Sie sich für einen kostenlosen Dienst neu registrieren, geben Sie nicht ihren richtigen Namen/Anschrift an.

b) Cookies löschen

Stellen Sie Ihren Browser so ein, dass er Cookies bei jedem Neustart löscht. Cookies ermöglichen es Webseiten, Sie wiederzuerkennen.

c) Anonymisierungsdienst verwenden

Spezielle Anonymisierungsdienste verhindern, dass Webseiten die von Ihnen genutzte IP-Adresse speichern können. Sie verlangsamen das Surfen allerdings merklich. Kostenlose Dienste sind JAP und TOR. Sehr einfach zu installieren und zu bedienen ist der Browser Torpark, in den der Anonymisierungsdienst TOR bereits eingebaut ist. Eine deutsche Version von Torpark findet sich hier. Schneller als die kostenlosen Dienste, allerdings auch unsicherer, sind kostenpflichtige Dienste wie Relakks, Trackbuster, Steganos und Safersurf.
#19 Re[7]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Alina 06.11.2007 16:29

Wenn das weiter so geht, wandere ich aus. -_- In die Schweiz oder so. Spätestens in drei Jahren wahrscheinlich. Wenn ich dann ausgelernt habe. Krankenhauspersonal suchen die ja wie die verrückten. -_-

Wieso bereichern wir nicht die Deutsche Post oder die anderen Briefzusteller? Ich hab noch nichts davon gehört, dass sie vorhaben, Briefe abzufangen. Briefgeheimnis gibt's ja noch, oder? Oder etwa nicht? Okay, die Kommunikation wäre dadurch stark eingeschränkt, aber immerhin kann man das so schwer überwachen. Allerhöchstens können die irgendwo vermerken, dass ich nen Brief an äh... z. B. äh.. unsere SL in Nürnberg geschickt hätte... oder so ähnlich.
#20 Re[8]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Sebastian 10.11.2007 14:06

Ich wollte nur mal darauf hinweisen, dass in diesem ganzen Diskurs auch gewissermaßen der Fehler im System und der Art der Diskursführung liegt.

Ich fange an einem beliebigen Punkt an:

Terrorismusexperten propagieren zum Teil unterschiedliche Thesen zur "Gefährlichkeit" von Terrorismus.
Die Spanne reicht von einer nüchternen Betrachtung, welche die Auswirkungen angesichts der Empfindungen der Opfer, als blanker Spott erscheinen lassen, bis hin zu einem Appell, der jegliche Mittel zum Schutz rechtfertigt bzw. jegliche politische Entscheidungen rechtfertigt und zugleich fordert.

Die Öffentlichkeit und die Medien nehmen diese Ausführungen auf und beziehen sich jeweils nach persönlicher Ansicht oder wirtschaftlich-strategischen Gesichtspunkten und der Logik der Medien (Aufmerksamkeit) auf die verschiedenen Punkte. Die Relevanz und Legitimation wird durch die Wissenschaftlichkeit der Experten erzeugt.

Die Politik ist zum Einen unter Zugzwang gesetzt zu reagieren, um den "Erkenntnissen" und "Forderungen" der jeweiligen Diskursteilnehmer gerecht zu werden und zum Anderen werden Argumente genutzt, um andere strategische Ziele damit zu rechtfertigen.

Das Ganze endet schließlich, ähnlich wie bei dem Diskurs um die "Klimakatastrophe", in einer Diffusität, Beliebigkeit und gegenseitiger Schuldzuweisung, mit jeweils wieder eigenen Motiven.
#21 Re[9]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Aglazan 11.11.2007 07:46

So, seit dem 9.11. ist die Vorratsdatenspeicherung beschlossene Sache.
Das mit der Verschiebung war wohl nix.

@Sebastian: höm, könnte auch daran liegen, dass ich zu wenig geschlafen habe, aber ich verstehe deinen Beitrag nicht ganz.
Bei jedem politisch relevanten Thema, das durch die Öffentlichkeit geistert, hat man ein breites Spektrum an mehr oder weniger gut zu rechtfertigenden Meinungen, und darunter eben auch Positionen, die aus vom Thema weg führenden Erwägungen eingenommen wurden. Das ist doch eigentlich immer so. I
#22 Re[10]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Sebastian 11.11.2007 11:29

Ok mal anders:

- Die Experten "müssen" z.T. übertrieben Dinge behaupten, weil ihnen sonst keiner zuhört und weil es ihre Lebensgrundlage ist.

- Die Politik "muss" sich in purem Aktionismus üben, weil sie was tun muss. Wie könnten sie sich den rechtfertigen, wenn wirklich etwas passiert.

- Die Medien "müssen" die Gefahr übertreiben oder untertreiben, weil nur das Interessant für die Kunden ist.

Das wiederum ist jetzt auch eine übertriebene und verkürzte Darstellung, aber ich hoffe sie ist verständlicher
#23 Re[11]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Aglazan 12.11.2007 19:26

@Sebastian: Ah, okay, danke. Ich war wohl echt etwas verpennt^^
Ich finde, da hast du recht.

@topic: ich habe noch etwas extrem interessantes gefunden, nämlich die Liste, welcher MdB wie abgestimmt hat bei der Vorratsdatenspeicherung.
Klick mich

"Mein" Abgeordneter war dafür. U.a. deswegen werde ich ihn wohl das nächste mal wieder nicht wählen
#24 Re[12]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von raben-aas 15.11.2007 13:18

Und up, mit erweiterten Infos:

5-Minuten-Info: Vorratsdatenspeicherung

Nach einem Gesetz von CDU, CSU und SPD soll ab 2008 nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Anonymisierungsdienste sollen verboten werden.

Mit Hilfe der über die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten können Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden werden möglich. Zugriff auf die Daten sollen Polizei, Staatsanwaltschaft, Nachrichtendienste und ausländische Staaten erhalten, die sich davon eine verbesserte Strafverfolgung versprechen.

Derzeit dürfen Telekommunikationsanbieter nur die zur Abrechnung erforderlichen Verbindungsdaten speichern. Dazu gehören Standortdaten und Email-Verbindungsdaten nicht. Der Kunde kann verlangen, dass Abrechnungsdaten mit Rechnungsversand gelöscht werden. Durch die Benutzung von Pauschaltarifen kann eine Speicherung zudem bisher gänzlich vermieden werden, was etwa für Journalisten und Beratungsstellen wichtig sein kann. All diese Mechanismen zum Schutz sensibler Kontakte und Aktivitäten würde eine Vorratsdatenspeicherung beseitigen.

Stand der Dinge

CDU/CSU und SPD haben am 9. November 2007 den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland mit einigen Änderungen beschlossen. Der Bundesrat wird als nächstes dazu Stellung nehmen. Anschließend entscheidet der Bundespräsident, ob er das Gesetz unterzeichnet. Falls das Gesetz wie geplant zum Jahresende in Kraft tritt, wird die Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung eingereicht.

09.11.1989 – Runtime Error. Abort Stasi 1.0
09.11.2007 – You have succesfully been upgraded to Stasi 2.0
#25 Re[13]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Mordred 15.11.2007 14:21



Ich habe nix zu verbergen.
#26 Re[14]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von raben-aas 15.11.2007 15:49

Dann wünsche ich dir, dass das den Rest deines Lebens auch so bleibt, egal wie du oder dieser Staat sich weiterentwickeln.

Ich kann leider nicht in die Zukunft sehen.
Und bin nicht arrogant genug, das heute Undenkbare morgen auszuschließen.

15 Jahre Cyberpunk-Spiel haben eben ihre Spuren hinterlassen
#27 Re[15]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Mordred 15.11.2007 16:37

Mmh, ich sag es mal mathematisch

wenn Du die Reine:

1 -> 2 -> 4

untersuchst ist diese Entwicklung noch nicht dramatisch, sondern es ist sehr entscheident für die Zukunft, welche Zahl als nächstes
folgt

Insoweit 'Schauen wir mal' !
#28 Re[7]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Valerius 15.11.2007 16:51

Hoffen auf Karlsruhe.
#29 Re[8]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Mordred 16.11.2007 09:28

...Die Hoffnung stirbt zu letzt !...
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