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#1 Vampire wider den Überwachungsstaat! von raben-aas 01.11.2007 15:46

Noch 63 Tage bis zur totalen Protokollierung der Telekommunikation
October 30th, 2007

Wenn wir nichts tun, wird in 9 Tagen der Bundestag ein Gesetz beschließen, dass dazu führt, dass

1 halbes Jahr lang

* gespeichert wird, welche Internetseiten du aufgerufen hast
* wann du wie lange mit wem telefoniert hast
* wo du warst (genauer: Standort des Handys)
* wem du von wo eine SMS geschickt hast.

Die Daten bekommen die Polizei, Staatsanwaltschaft, Nachrichtendienste und ausländische Staaten.
Unter http://www.vorratsdatenspeicherung.de wird dagegen gekämpft, und du kannst helfen!

Mit Hilfe der über die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten können Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden werden möglich.

Wo liegt das Problem?

Die aktuellen Pläne zur Aufzeichnung von Informationen über die Kommunikation, Bewegung und Mediennutzung jedes Bürgers stellen die bislang größte Gefahr für unser Recht auf ein selbstbestimmtes und privates Leben dar.

Unter einer Vorratsdatenspeicherung würden wir alle leiden:

* Eine Vorratsdatenspeicherung greift unverhältnismäßig in die persönliche Privatsphäre ein.
* Eine Vorratsdatenspeicherung beeinträchtigt berufliche Aktivitäten (z.B. in den Bereichen Medizin, Recht, Kirche, Journalismus) ebenso wie politische und unternehmerische Aktivitäten, die Vertraulichkeit voraussetzen. Dadurch schadet sie letztlich unserer freiheitlichen Gesellschaft insgesamt.
* Eine Vorratsdatenspeicherung verhindert Terrorismus oder Kriminalität nicht. Sie ist unnötig und kann von Kriminellen leicht umgangen werden.
* Eine Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen das Menschenrecht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung.
* Eine Vorratsdatenspeicherung ist teuer und belastet Wirtschaft und Verbraucher.
* Eine Vorratsdatenspeicherung diskriminiert Nutzer von Telefon, Mobiltelefon und Internet gegenüber anderen Kommunikationsformen.

Nicht zu vergessen:
* Wir Rollenspieler (und spez. SLs aller RPGs) haben, da wir Recherchen für Abenteuer betreiben, ein Nutzerprofil, dass durchaus Gefahr läuft, "auffällig" zu sein. Einmal nach dunklen Lehren radikaler Glaubensrichtungen gebrowsed, für ein Pamphlet der Freien in alten RAF-Texten gewühlt oder sich für Cyberpunk über das Anarch Cookbook und Steal This Book schlau gemacht... Wer weiß...

Randnotiz:
* Die Überwachungsstaat-Initiative ist der letzte Beweis zum Untergang der oWoD. Die Camarilla hätte niemals derartig umfassende Kontrolle zugelassen. Das Requiem-System greift die Dynamik dem entgegen auf. Die Schatten schrumpfen. Wo werden die Kinder der Nacht sich morgen noch verstecken?
#2 Re: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Antonius 01.11.2007 16:12

raben-aas>Wo liegt das Problem?

DAS FRAGE ICH MICH AUCH !


raben-aas>Die aktuellen Pläne zur Aufzeichnung von Informationen über die Kommunikation, Bewegung und Mediennutzung jedes Bürgers stellen die bislang größte Gefahr für unser Recht auf ein selbstbestimmtes und privates Leben dar.

Mal ganz EHRLICH *zwinker* WO ?!

Als Anwalt kenne ich diese gaaaanze Tirade um den gläsernen Bürger, wo jeder alles von Dir einsehen könnte und deine Persönlichekeit nicht mehr gewährleistet wäre.

Fletschers Vision läst grüßen ! Bleiben wir doch mal auf dem Teppich.

Werd von den Jungs und Mädels, die diese ganzen Daten von uns 80 Millionen oder mehr Bundesbürgern erfassen, hat die Zeit und die Lust sich den ganzen langweiligen Scheiß anzuschauen ?

Damit sie dieses Zeug im Rahmen einer Rasterfandung (Durchforsten nach speziellen Datenmustern) überhaupt nutzen können (erfassen ist eins, auswerten was anderes !), ist soviel rechtlicher Aufwand von Nöten (Gerichtsbeschluss), dass man gar keine Lust mehr dazu hat, das mal eben so als Polizist zu machen um SPaß zu haben.

Insoweit habe ich das Gefühl, dass hier mal wieder aus bestimmten politischen Lager und Interessenvereinigungen, die alle ja immerzu ihre Berechtigung und Nützlichkeit unter Beweis stellen müssen (wo bekammt man sonst auch Spenden und öffentliche Förderung her ), bewußt auf einen Zug und der Angst vor dem Bößen Leviathanstaat aufgesprungen wurde.

raben-aas>Nicht zu vergessen:
raben-aas> * Wir Rollenspieler (und spez. SLs aller RPGs) haben, da wir Recherchen für Abenteuer betreiben, ein Nutzerprofil, dass durchaus Gefahr läuft, "auffällig" zu sein. Einmal nach dunklen Lehren radikaler Glaubensrichtungen gebrowsed, für ein Pamphlet der Freien in alten RAF-Texten gewühlt oder sich für Cyberpunk über das Anarch Cookbook und Steal This Book schlau gemacht... Wer weiß...

Wenn Du wüßtest auf wieviele Leute das Profil zutrifft. Das allein dürfte wohl nicht ausreichen umgleich als auffällig zu gelten soweit du nicht dazu noch bekennender Moslem mit häufigen Aufenthalt im Libanon oder Iran/Irak oder Ähnlichem bist.

Rollenspieler glauben immer so etwas besonderes zu sein ? :-) ! Weiß nicht, ob das so stimmt oder nicht teil der selbst gewünschten Illusion ist



raben-aas>Randnotiz:
raben-aas> * Die Überwachungsstaat-Initiative ist der letzte Beweis zum Untergang der oWoD. Die Camarilla hätte niemals derartig umfassende Kontrolle zugelassen. Das Requiem-System greift die Dynamik dem entgegen auf. Die Schatten schrumpfen. Wo werden die Kinder der Nacht sich morgen noch verstecken?

In der Anonymität und der Tatsache, dass sich die 'normalen' Menschen ohne Blut zu saufen noch viel viel unnatürlicher verhalten als die Monster der Nacht

Was für ein Wesen, welches vor dem Krieg erschaffen wurde und als Mensch noch die damaligen Werte eingetrichtert bekommen hat, für eigentlich undenkbar gilt, wird heute von teenies und tweens schon als langweilig empfunden.

Alte Vampire fallen wahrscheinlich deswegen auf weil sie sich viel zu normal verhlaten !

Greets
-DK-
#3 Re[2]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von raben-aas 01.11.2007 20:28

Antonius>Werd von den Jungs und Mädels, die diese ganzen Daten von uns 80 Millionen oder mehr Bundesbürgern erfassen, hat die Zeit und die Lust sich den ganzen langweiligen Scheiß anzuschauen ?

Damit habe ich mich jahrelang getröstet und mich bei dem Thema gähnend in Sicherheit gewogen. Das Problem: Filtersoftware. Die Datenbanksysteme werden besser. Und sind zunehmend auch für Idioten bedienbar.

Es muss gar keiner mehr 80 Millionen Leute angucken. Die Software sagt ihm schon seine täglichen 10, die er sich ansehen soll.

Hinzu kommt, dass der rechtliche Aufwand zwar JETZT noch groß ist. Aber man wirft ja auch an Tag 1 des Krieges nicht gleich die Atombombe. Und steuert trotzdem step by step darauf zu.

Es geht nicht darum, ob ich kriminell bin. Es geht darum, dass meine Daten den Staat einen SCHEISS angehen. Wobei das echte Problem ist, dass mit der Politik der Angst neue Gesetze und Bestimmungen durchgedrückt werden, die - siehe öffentliche Kameras - NICHTS nachweisbares zur Sicherheit beitragen, dafür aber Millionen von Euros Steuergeld in die Taschen der Lobby z.B. der Kamerahersteller spielen.

Mir geht es echt weniger darum, was mit meinen DATEN geschieht. Mir geht es aber viel mehr darum, was mit meinem GELD geschieht. Und wenn ich diese ganzen Versager noch dafür grinsend bezahlen soll, dass sie dafür MICH azshorchen, pardon, aber dann muss ich schon ein sehr treudoof behördenhöriges deutsches Idiötchen sein.
#4 Re[3]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Ceridan 02.11.2007 08:36

gute argumentation von beiden... allerdings bitte weniger beleidigend rabenass ;-)

Da bin ich mal auf die Antwort gespannt, kannst du noch einen draufsetzen?
#5 Re[4]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von raben-aas 02.11.2007 10:56

>rabenass

Hey, wenn du mich Rabenarsch nennen kannst, darf ich auch weiter beleidigen
#6 Re[5]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Alina 02.11.2007 14:43

Steht es tatsächlich zur Debatte, warum wir uns nicht wehren sollten? Immerhin reden wir hier von einem Generalverdacht gegen alle Vampire und Gefäße in Deutschland.
#7 Re[3]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Antonius 02.11.2007 15:27

raben-aas>Damit habe ich mich jahrelang getröstet und mich bei dem Thema gähnend in Sicherheit gewogen. Das Problem: Filtersoftware. Die Datenbanksysteme werden besser. Und sind zunehmend auch für Idioten bedienbar.

Als Vampir (insbesonder Ventrue mit Dominate) müsste ich das aber sehr begrüßen. Während die Menschen den gesetzlichen Regeln unterworfen sind, die es extrem schwer und anstrengend machen, die Daten auszuspioniern und zu nutzen, könnte es dem Vampir eventuell gelingen via Dominate oder Majesty da ran zu kommen ohne das sich jemand erinnert und es ein Problem gibt. KANN insoweit auch zu begrüßen sein und wenn man an der richtigen Stelle sitzt zur weiteren Kontrolle (der Invictus läst grüßen !) inplay hilfreich sein.

raben-aas>Mir geht es echt weniger darum, was mit meinen DATEN geschieht. Mir geht es aber viel mehr darum, was mit meinem GELD geschieht. Und wenn ich diese ganzen Versager noch dafür grinsend bezahlen soll, dass sie dafür MICH azshorchen, pardon, aber dann muss ich schon ein sehr treudoof behördenhöriges deutsches Idiötchen sein.

Das liebe Thema Steuergelder, das kann ich nachvollziehen, aber das ist m.E. eben ein anderes nicht auf diese Problematik zugespitztes Thema. Das wäre aus meiner Sicht eine andere Diskussion.

Und um die Klischeesnoch mal richtig mit in die Sache reinzubringen, diejenigen, gegen die Sich der Staat (versucht) mittels dieser Sachen zu rüsten bzw. zu wehren, werden bei ihren Aktionen sicherlich nicht beim Datenschutz halt machen. Insoweit die Frage nach 'Waffengleichheit' nicht gaaanz unberechtigt ist.

Die Frage ist einfach ein wenig in die Richtung, ob man den Schutz durch den Staat bzw. die generelle Aufgabe des Staates vor entsprechenden terroristischen Dingen oder auch Schwerstkriminalität zu schützen als begrüßenswert ansieht oder ablehnt. Wenn man jedoch dem Staat diese Aufgabe zuweist, dann musss man ihm in gewissen Grenzen (Guantanamo u.Ä. bitte nicht !) die Möglichkeit verschaffen diese Aufgabe auch umzusetzten.

Und in der heutigen Welt ist halt das Wissen und die Information bzw. deren Fehlen und die Anonymität eine der wirksamsten Waffen geworden.

Kann aber jeder gerne anders sehen.
#8 Re[4]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von raben-aas 02.11.2007 15:54

Vereinfachen wir die Situation mal.

Es sei ein Parkhaus A, ein böser Räuber B, ein Opfer C und eine Menge D unbeteiligter Parkhausnutzer (wobei C auch zu D gehört).

B räubert C in A aus.

Daraufhin wird eine Kamera in A installiert.

D wird in A aufgezeichnet.
B räubert C in A aus. Er trägt eine Maske.

Daraufhin wird ein Wachmann angeheuert.

D wird beim Betreten von A kontrolliert und in A aufgezeichnet.
B räubert C kurz nach Verlassen von A auf.

Die Moral: Der Kriminelle, gegen den der Staat sich da wehren will, kann sich mit relativ wenig Aufwand gegen den relativen großen Aufwand des Staates zur Wehr setzen. Was wächst, ist faktisch nur die Überwachung der Braven. Die Schurken investieren nämlich Energie in das Verbergen ihrer Spuren.

Konkretisiert: Wenn ich als Terrorist weiß, dass ich beim Betreten eines Flugzeuges kein Shampoo mitnehmen darf, werfe ich halt ne Bombe in die U-Bahn.

Die schlechte Nachricht nämlich ist: Es gibt keine Sicherheit!
Die gute Nachricht aber ist: Solange das statistische Risiko, auf offener Straße von einem grünn angemalten Zementmischer überfahren zu werden, noch immer 4.000x höher ist als an einem Terrorakt zu sterben, ist das VÖLLIG WURST!

Die böse Angstmacherei vor den Terrroristen ist nur eine Verkaufsmasche, die einer bestimmtren Industrie viel Geld bringt, einigen staatlichen Organen mehr Macht gibt und einigen sehr einfältigen Bürgern vorgaukelt, ein Terrorist ließe sich z.B. von einem Flugverbot über Berlin abschrecken.

Gemäß dem Motto: Lasst uns Schilder aufstellen, auf denen "Hier bitte keinen Bombenkoffer abstellen" steht.
#9 Re[5]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Aglazan 02.11.2007 17:18

Ich bin auch ein Gegner der Vorratsdatenspeicherung.

Wie bei diversen anderen Maßnahmen, die in letzter Zeit mit der Totschlag-Begründung "Kampf gegen Terror" angedacht oder umgesetzt wurden, kommt es mir auch hier so vor, als hätte das Projekt einen zweifelhaftem Nutzen, aber hohe Kosten.
Und was mich deutlich stutzig macht ist, dass dieses Mittel (wie auch die "Online-Durchsuchung") eher nicht dazu geeignet ist, halbwegs intelligente und technisch versierte Terroristen aufzuhalten.
Abgesehen davon muss man ja erst mal das Kommunikationsmittel zweifelsfrei der Person zuordnen können.
Ich vermute, die Vorratsdatenspeicherung wird, wenn sie erst mal beschlossen ist, eher für die Verfolgung kleinerer Delikte wie Urheberrechtsverletzungen verwendet, ohne für den propagierten Sicherheitszuwachs zu sorgen. Und auf so eine Mogelpackung (die ich dazu noch selbst mitfinanzieren soll) kann ich gut verzichten.
#10 Re[6]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Valerius 02.11.2007 18:39

Ich frage mich wie das bezahlt werden soll. Man muss kein Informatiker sein um zu ahnen welche Ausmaße an Speicherleistung hierzu neu angeschafft werden müssen. Das Ganze soll wohl zum Großteil auf die Unternehmen abgewälzt werden. Ich denke die werden sich dieses Milliardenprojekt nicht wehrlos aufdrücken lassen.

Irgendwer wird außerdem bis vors Verfassungsgericht gehen, ein mündiger Bürger macht das immer.

Und dann wird Karlsruhe das Ganze nochmal überdenken und ihre Entscheidung höchstwahrscheinlich revidieren oder das Ganze abschwächen.

@ Dirk: Prinzipiell bin ich deiner Meinung und halte von der linken Rhetorik aus den 70ern auch nichts. Aber es gibt schon ein paar erschreckende Beispiele was alles passieren kann, wenn irgendwo im System ein Fehler mit deinen Daten passiert bzw. die Auswertenden 1 und 1 falsch zusammenzählen.

Es gibt im Übrigen bereits jetzt viele Fälle, in denen z.B. die SCHUFA Scheiße mit deinen Daten baut, wegen veralteten Daten, und dir dann mal eben die Kreditwürdigkeit abspricht obwohl du liquide bist. (Möchte nich wissen, was die Behördn dann so alles falsch machen können)

Wenn man sich dann mal überlegt was passiert wenn das SEK mal wieder zufälig die falsche Hausnummer erwischt, weil sie zu dumm sind das Namensschild zu lesen...und das passiert bereits seit Jahren des öfteren OHNE dieses Mammutprojekt. Da wurden schon unschuldige Bürger nachts von der SEK invalide geprügelt. Und versuch dann mal gegen die Polizei zu klagen und Rente, Ansprüche, etc. zu bekommen (im Normalfall ist man ja kein Jurist ).

Oder was ist wenn der Bundestrojaner deinen Laptop zum letzten Absturz bringt und evtl. wichtige berufliche Dateien, Programme, etc. mit in die Jagdgründe nimmt? Geschweige denn vom dann evtl. unbrauchbaren Notebook.

Es ist halt die Frage in wieweit man bereit ist, diese etwaigen Fehler zuzulassen um gleichzeitig eine etwas höhere Sicherheit gegen Anschläge aufzubauen.

Oder nimmt man es hin wenn dann hin und wieder mal ne U-Bahn, ein Bus, eine Schule, oder sonstwas explodiert? Und man dann evtl. selber zu den Opfern zählt.
So würde man wenigstens den "bösen Buben" zeigen, dass man sich nicht unterkriegen lässt und der Wille nach Freiheit, Freizügigkeit, Lockerheit doch größer ist als der nach gefühlter Sicherheit.
[signature]<<<|>>> V A L E R I U S <<<|>>>
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M e k h e t . der . C a r t h i a n e r[/signature]
#11 Re[7]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Alina 03.11.2007 09:48

Wir waren 2005 in Berlin auf Studienfahrt. Bei der Wahl zwischen Hohenschönhausen und Check Point Charlie hab ich das Gefängnis genommen. Ein ehemaliger Insasse hat die Führung übernommen und etwas - in meinen Ohren - überaus amüsantes sowie zum Nachdenken anregendes gesagt.
"Man sollte jedes Mal, bevor man auflegt, einfach Worte wie "Bombe" oder "Anschlag" in den Mund nehmen, damit die Leute, die das Telefon abhören, was zu tun haben." *bissl skeptisch guck*
Wenn mal jemand in die Verlegenheit kommt, mein Telefon zu überwachen, tut er mir jetzt schon leid, denn ich rede so schnell und lang, dass ich behaupte, mit dem guten, alten Beckstein verwand sein zu müssen. Man hat zwar bei mir noch keine Kiemen gefunden, aber ich muss beim Reden selten Luft holen.
Schad nur, dass das beim Rechner überwachen nicht hin haut. Der Typ, der mein Internet überwacht, läuft höchstens in Gefahr, Vampire spielen zu wollen. Das sind die einzigen Seiten, die ich aufrufe.
Kann mir mal jemand erklären, warum die jetzt ernsthaft JEDEN Bürger unter Generalverdacht stellen wollen? Haben die nix besseres zu tun, als "langweilige" Leute zu überwachen, das Zeug in riesigen Räumen auf Servern zu speichern und dafür - ich vermute einfach mal frech - MILLIARDEN rauszuschmeißen? Da sieht es doch endlich mal so aus, als würden wir - also in Deutschland - die Staatschulden reduzieren können und dann kommen die uns mit sowas... -_-
Na ja, ich trau mich jetzt schon wetten, dass Microsoft sich freut. -_- Hoffentlich geht es denen dann so wie der Telekom neulich. Serverausfall. -_- Da rufste wen an, weißt, dass die Nummer stimmt und dann haste wen wildfremdes dran oder kriegst kein Anschluss unter dieser Nummer oder gar kein Signal.
Wenn ich mir manche Politiker so anhöre - und ihren Generalverdacht noch dazu -, hätte ich manchmal echt groß Lust, Terrorist zu sein und sie mit ihren eigenen Gesetzen zu vermöbeln. Die sollen mir mal lieber die Pendlerpauschale wieder so machen wie sie war. Ich fahr 19 km zur Arbeit und bleib auf meinen Kosten sitzen. *aufreg*
Ach ja, und der Soli muss auch weg. Der war nur für 7 Jahre angesetzt... Alles, was die mal in Kraft gesetzt haben, kam nie wieder weg. Als nächstes fordern die noch von uns, dass wir unsere Klamottengrößen im Rathaus angeben, zum Gläsernen Steuerzahler und was weiß ich noch was werden. -_- Wir werden zum Überwachungsstaat! Wenn die da in Berlin (ich mein jetzt die Politiker, die uns angeblich regieren, nicht die Vampirespieler!!!) nix besseres zu tun haben, als sich um sowas Gedanken zu machen, wird es dringend Zeit, dass wir mal richtige Probleme bekommen.
Momentan überlege ich ja schon, wer die geghult hat. Ich tippe auf einen äußerst abgehobenen Malki (ohne die beleidigen zu wollen).
#12 Re[6]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von raben-aas 05.11.2007 09:00

Aglazan>eher für die Verfolgung kleinerer Delikte wie Urheberrechtsverletzungen

Du meinst: Kleinere Delikte wie Vergewaltigungen (in unserem schönen deutschen Staat wird Vergewaltigung mit dem etwa gleichen Strafmaß bedacht wie Raubkopieren. Ob das bedeutet, dass Raubkopieren zu heftig oder Vergewaltigung WEIT ZU GERING bestraft wird - oder beides! - bleibt jedem selbst überlassen).

Mir scheint Aglazans Vermutung nicht zu weit hergeholt. Ein Vorhandensein von Daten weckt Begehrlichkeiten, diese auch zu nutzen. Dass diese oder jene Nutzung HEUTE rechtlich nicht möglich ist, bedeutet nicht, dass sie morgen unmöglich wäre.

Ein Beispiel: Sagen wir, die nächsten 3-4 Massaker auf Schulhöfen werden von Nutzern des Spieles "Hack and Slash Master 3.000" verübt. In der üblichen Medien-Hysterie geht mal wieder unter, dass die Täter nicht nur alle dieses Spiel spielen, sondern auch alle 4 Täter Knäckebrot essen und Sportsocken tragen. Stattdessen wird wortgewaltig und medienwirksam eine stärkere Kontrolle von Gewaltspielen gefordert. Und es wird beschlossen, die "Szene" (ein tolles Wort, das immer verwendet wird, wenn man keine Ahnnung hat wovon man redet) stärker zu überwachen.

Ein paar Klicks später, und die Polizei oder wer auch immer hat aus den Vorratsdatenbanken Nutzungsprofile ausgefiltert, die dem der Schulhofmörder auf Haar entsprechen ("Hack & Slash" + Knäckebrot + Sportsocken).

Und was, wenn die nächsten 3-4 Schulhofmörder Rollenspieler oder gar Vampire Live Spieler wären? Oder in ihrem amazon Einkaufskorb DEINE Videos haben würden?

KEINE FRAGE: Verantwortungsvolle Ermittler und selbst verantwortungsvolle Politiker würden niemals derart schwachmatische Annahmen erstellen oder nur wegen allgemeiner Medienhysterie stussige Gesetze erlassen oder - O Gott - auf Basis ihrer rechtlichen Möglichkeiten auch handeln.

Nur: WAS ist, wenn man es nicht mit verantwortungsvollen Politikern und Ermittlern zu tun hätte? Oder - anders gefragt - was, wenn ein neuer Staatschef wider alle Wahrscheinlichkeit eben DOCH mal ein "Hitler II" wäre?

EIN Blick in Vorratsdatenbanken, und er hätte alle Leute fein sauber gelistet, die sich mal auf Webseiten der Opposition herumgetrieben hätten, die Bücher oppositioneller Autoren geordert hätten oder die in einem Forum mal einen Vermerk fallen ließen, wenn XYZ an die Macht käme, würden sie in den Widerstand gehen.

Was NIEMALS vergessen werden darf, ist Folgendes: HEUTE mögen bestimmte Dinge noch schlecht nutzbar sein. Aber was im deutschen Recht mal festgetackert wird, bleibt in der Regel für alle Ewigkeit bestehen!


AAS

--- Habhen Sie sich in diesem Beitrag kritisch über die Pläne die Vorratsdatenspeicherung betreffend geäußert? Es dankt Ihnen:
Schäuble 2.0 ---
#13 Re[8]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von raben-aas 05.11.2007 09:03

Alina>Da sieht es doch endlich mal so aus, als würden wir - also in Deutschland - die Staatschulden reduzieren können

P.S.: Die Politiker haben sich gerade am Wochenende ihre Diäten um 700 Euro pro Mann und Monat erhöht.

Nur mal so.
#14 Re[9]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Alina 05.11.2007 14:33

Alina>>Da sieht es doch endlich mal so aus, als würden wir - also in Deutschland - die Staatschulden reduzieren können

raben-aas>P.S.: Die Politiker haben sich gerade am Wochenende ihre Diäten um 700 Euro pro Mann und Monat erhöht.

raben-aas>Nur mal so.

Ja, und heute kam außerdem im Radio, dass die Pendlerpauschale erst mal so bleibt. *grr* Ich hab nur 19 km zur Arbeit. *künstlich aufreg* Das kann ich net absetzen! (Dieses Jahr zahl ich allerdings eh noch keine Lohnsteuer, erst 2008 -_-)

raben-aas>Du meinst: Kleinere Delikte wie Vergewaltigungen (in unserem schönen deutschen Staat wird Vergewaltigung mit dem etwa gleichen Strafmaß bedacht wie Raubkopieren. Ob das bedeutet, dass Raubkopieren zu heftig oder Vergewaltigung WEIT ZU GERING bestraft wird - oder beides! - bleibt jedem selbst überlassen).

Wahre Worte. -_- Ich glaub sogar, dass Raubkopierer schlimmer drankommen. Kam neulich erst wieder eine Studie raus, dass Frauen ja irgendwie immer noch wie die Schuldigen behandelt werden wegen aufreizender Kleidung oder sonst irgendwas. -_- Wo leben wir eigentlich, dass Steuerhinterziehung schlimmer bestraft wird als sowas?
#15 Re[10]: Vampire wider den Überwachungsstaat! von Aglazan 05.11.2007 14:50

@raben-aas: Stimmt... an die Computerspiele habe ich noch gar nicht gedacht.
Ich kann mir schon richtig vorstellen, wie Pfeiffer und Konsorten abgehen, wenn da wieder einmal etwas in Richtung Amoklauf passiert. Dann propagieren sie wahrscheinlich die Devise: "Aber wir haben doch die Daten ohnehin schon, es wäre doch schlimm, sie nicht zu nutzen und alle die dagegen sind, sind schuld an zukünftigen Amokläufen". und wenn sie es durchkriegen, und es passiert trotzdem mal wieder ein Amoklauf, dann waren die Maßnahmen nicht weitreichend genug und müssen ausgebaut werden. Beliebte Argumentationskette.

raben-aas>>Du meinst: Kleinere Delikte wie Vergewaltigungen (in unserem schönen deutschen Staat wird Vergewaltigung mit dem etwa gleichen Strafmaß bedacht wie Raubkopieren. Ob das bedeutet, dass Raubkopieren zu heftig oder Vergewaltigung WEIT ZU GERING bestraft wird - oder beides! - bleibt jedem selbst überlassen).

Alina>Wahre Worte. -_- Ich glaub sogar, dass Raubkopierer schlimmer drankommen. Kam neulich erst wieder eine Studie raus, dass Frauen ja irgendwie immer noch wie die Schuldigen behandelt werden wegen aufreizender Kleidung oder sonst irgendwas. -_- Wo leben wir eigentlich, dass Steuerhinterziehung schlimmer bestraft wird als sowas?

Traurig. Da merkt man wieder einmal, wo die Prioritäten in der Politik liegen bzw. was Lobbyarbeit mit richtig viel Geld dahinter so alles bewirken kann.
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