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#16 Re[2]: Requiem versus Maskerade von DarkDragon 31.01.2007 22:20

Miroque>also ich spiele in 2 maskerade live (gibt glaub ich 3 oder 4 hier in nürnberg) und bin sl in der requiem live domäne hier in nürnberg.

Miroque>also was besonders hervorsticht ist das es bei maskerade viel mehr auf das machtlevel (gen., amt, usw.) ankommt als bei requiem, was ich sehr sch... schlecht finde.

Miroque>allein die sache mit den primogenen bei maskerade ist meiner meinung nach lächerlich. z.b.:

Miroque>Nossi1: "ich bin neu und hab keine ahnung von nix"
Miroque>Nossi2: "ok, das heist du bist der primogen"

Hallo,

Ich leite eine Maskerade Live Domänein Nürnberg habe in fast allena dneren Domänen in Nürnberg mal gespielt und spiele aktiv in einer weiteren Maskerade Domäne und bei Manus Requiem mit.

Ich finde das Maskerade Live besser.

lang und breit habe ich das schon auf Blutschwerter breitgetreten.

Aber prinzipiel denke ich das beide Systeme potenzial haben. Diese Primosache ist albern das stimmt, aber "Erstgeborener" als Starchara werden oder nur weil man neu in der Domäne ist finde ich albern.

Allgemein hat das Requiem Live noch nichts neues gebracht meiner Meinung nach, es ist das selbe wie vorher auch nur dass es anders genannt wird, und die selben tücken wie andere Live zeigen kann, die zu einem schlechten unausgewogenem Spiel führen.

Requiem überzeugt mich bisher nicht, weder im PnP noch im LIVE .... aber im PnP ist es innovativer als im LIVE ...
#17 Re[3]: Requiem versus Maskerade von Aglazan 31.01.2007 22:45

Naja, ich denke, man kann jedes System "schlecht/mit wenig Spielspaß" oder "gut/mit viel Spielspaß" spielen (die Anführungszeichen, weil das, was für den einen toll, für den anderen mies ist). Es kommt eben immer auf die Mitspieler und die Umsetzung an. Nur machen es einem manche Systeme einfacher und manche schwerer,sie gerade im Live zu spielen... und bisher habe ich den Eindruck, dass es Requiem einem einfacher macht, es zufriedenstellend zu spielen, als das bei Maskerade vielfach der Fall war.

Nach meiner Erfahrung (Requiem selbst habe ich ja noch nicht Live gespielt) wurden bei vielen von mir als schön empfundenen Maskerade-Runden Dinge so geändert, dass sie vom Wesen her eigentlich eher der neuen Requiem-Handhabung entsprechen.

.o0O(Wen erinnert das eigentlich noch an die ollen C++ vs. Java Diskussionen?)
#18 Re[4]: Requiem versus Maskerade von DarkDragon 31.01.2007 22:54

Naja Requiem schreibt ja vor das nichst "So" ist ... sondern das man alles frei interpretieren darf, und soweit ich das gehört habe, ist die Lancea in sich der zersplitterste Bund.
#19 Re[5]: Requiem versus Maskerade von Sue 31.01.2007 22:56

Nein, das trifft eher auf den Zirkel der Mutter zu. Die Lancea mag zwar verschiedene Ansichten und Interpretationen haben, aber sie haben eine gemeinsame Grundlage: den Glauben.
Das ist beim Zirkel der Mutter nicht gegeben. da gibt es die verschiedenen Zirkel und jeder glaubt an etwas anderes, hat andere Riten und Ansichten.
[signature]Gaude, Sion filia!
Iubila, Ierusalem!
Tuus rex en advena
Veniet ferens pacem.
Gaude, Sion filia!
Iubila, Ierusalem![/signature]
#20 Requiem versus Maskerade von Allan 31.01.2007 23:11

Ich halte Masquerade für besser geeignet aus folgenden Gründen:

- ein Requiem Vampir hat oft keinen Grund sich mit anderen überhaupt zu treffen und weiß oft nicht, wo überhaupt ein Treffpunkt ist, da nicht jeder Mitglied in einer überregionalen Organisation ist.
(ist ein LIVE problem, da die wenigsten charas erschaffen werden, vielleicht auch wegen dem Punkt Willpower)

- wenn Erstbegegnung einen Test erfordert ist das ein Nachteil, da es spielstörend ist (ansonsten finde ich das Konzept zwar gut, aber es stellt sich die Frage, warum sich Vampire treffen sollten, wenn sie sich als Konkurrenten empfinden)

- man muss bei Requiem weniger Repressalien fürchten, wenn man Leute umlegt, was getötete Vampire zu schnell zur Normalität werden lässt

- Metaplot trägt für mich nur zum Flair bei und ist nicht zum direkt spielen gedacht - Bei Requiem braucht man auch ein riesiges Machtlevel um überregional was bewegen zu können, weswegen ein Fehlen hauptsächlich negativ ist

- das große Schreckgespenst vom Sabbat füllen VII und die Irgendwas-Brut meiner Meinung nach nur mangelhaft aus

- Mangels ordnender Funktion der Camarilla und mächtiger Ahnen im Hintergrund ist es leichter seine Probleme mit Mord zu lösen, anstatt tatsächlich zu intrigieren
(Intrigieren funktioniert zwar auch, aber bei uns hat z.B. ein chara sehr lange das politische Feld dominiert, weil er alle anderen töten konnte)

- Allgemein vermisse ich einen gewissen vorsichtigen Respekt voreinander bei Requiem; vermutlich weil wir keine traditionsreiche Machtstruktur haben

- es gibt für mich zu wenig unterschiedliche Clans und die Blutlinien machen auf mich den Eindruck von DnD-Klassen...(unheimlich viele, wenig Backround)
Ich gebe zu, ich hab mich nicht umfassend damit beschäftigt, aber wirklich spielbare oder relevante hab ich nicht gefunden... meistens werden die dann wegen der Disziplinen verwendet

- mich nervt ungemein, dass jede Form der Abstimmung, sofort als carthianisch verteufelt wird, auch wenn es logisch ist, dass sich bei lauter Gleichstarken keiner einfach so durchsetzen kann

Insgesamt finde ich Masquerade einfach stimmiger, um Live zu spielen, weil ich besser nachvollziehen kann, wieso mein Charakter sich im Elysium rumtreibt und es wichtig ist, eine Gesellschaft aufrechtzuerhalten

Mehr fällt mir gerade nicht ein...
#21 Re[6]: Requiem versus Maskerade von DarkDragon 31.01.2007 23:18

Sue>Nein, das trifft eher auf den Zirkel der Mutter zu. Die Lancea mag zwar verschiedene Ansichten und Interpretationen haben, aber sie haben eine gemeinsame Grundlage: den Glauben.
Sue>Das ist beim Zirkel der Mutter nicht gegeben. da gibt es die verschiedenen Zirkel und jeder glaubt an etwas anderes, hat andere Riten und Ansichten.


Soweit ich das Verstanden habe ist der Zirkel der Mutter eher Naturbewusst und ohen Rivalitäten unterienander so ne Gangrel/Path of Lilith/Harmonie Sache ....

Achja und Christentum Judentum und der Islam haben auch eine gemeinsame Grundlage den Glauben an den ein und den selben wahren Gott .... und die haben auch "fast" keine Konflikte .... selbst wenn der Vergleich zu krass wäre sind die Konflikte dann mit Protestanten/Katholiken zu vergleichen .... was auch jede Menge Krieg bedeutet ...
#22 Re[3]: Requiem versus Maskerade von raben-aas 01.02.2007 09:33

DarkDragon>Allgemein hat das Requiem Live noch nichts neues gebracht meiner Meinung nach, es ist das selbe wie vorher auch nur dass es anders genannt wird

Das mag zugegebener Maßen aber auch daran liegen, dass du noch sehr Maskerade im Blick hast.

Siehe die Lanceas Sancta<->Sabbat Diskussion.

Solange du die LS als Sabbat 2.0 begreifst und spielst, ist sie per DEfinition in deiner Spielweise nur ein Sabbat 2.0, also ein Sabbat-Remake mit ein paar anderen Fluff-Elementen.

Was dir dabei entgeht, ist der "Gag" an der LS und letztlich an Requiem. Die "Kunst" für jmd., der schon Maskerade gespielt hat (und das gerne) besteht darin, Requiem _nicht_ als Maskerade 2.0 zu betrachten.

Denn das _ist_ Requiem ganz offensichtlich nicht (oder alle Requiem Fans haben eine Vollklatsche, was ja auch möglich ist ).

Der Trick besteht darin, Maskerade zu "vergessen". Und Requiem vom Start weg als eigenes System zu sehen und auch so zu spielen. Das heißt: Einen Mekhet nicht spielen wie einen Lasombra 2.0, insbesondere einen Ventrue nicht spielen als Ventrue 2.0 (was durch die Namensdoppelungen eben auch doppelt schwer fällt (ich betrachte es im übrigen nach wie vor als Fehler, dass nicht grundsätzlich neue Begriffe gefunden wurden, da dies offenbar das Verständnnis für die Eigenheiten von Requiem so sehr zu erschweren scheint)). Und eben die LS nicht spielen als Sabbat 2.0 (denn das ist sie nun wirklich nicht, weder in Ursprung, noch Geschichte, noch der Mehrzahl der Riten, noch sonstwas).
#23 Re: Requiem versus Maskerade von raben-aas 01.02.2007 11:16

Allan>Ich halte Masquerade für besser geeignet aus folgenden Gründen:

Gleich vorweg: Schonmal schön, das in Form klarer Argumente und deutlicher Präferenzen geschildert zu bekommen. Oft ist die Präferenz für Maskerade ein reichlich unartikuliertes Geschwampfe, bei der man erst durch tausend Nachfragen rausbekommt, dass der Spieler schlicht den Fluff (die Story, die Clane, die Abstammung von Kain) geil findet - was ja völligst okay und eine reine Geschmackssache ist.

Allan>- ein Requiem Vampir hat oft keinen Grund sich mit anderen überhaupt zu treffen

Das stimmt nicht, wie in mehreren Büchern immer wieder und wieder gesagt und betont wird. Der Vampir mag von der Natur seiner Bestie her ein einzelgängerisches Raubtier sein, aber das Menschliche in ihm strebt nach Austausch und Gemeinschaft. Alleine und isoliert, ohne eine andere Seele, mit der er kommunizieren und über die Belange auch seines Requiems sprechen kann,wird der Vampir zunächst "schrullig", dann wahnsinnig (bzw. er fällt der Bestie anheim).

Präzise aus diesem Grund sind die Bünde entstanden.

Selbst die Ungebundenen, welche die Bünde ja ablehnen, unterhalten dafür oft Verbindungen untereinander bzw. halten eben doch Kontakt zu einzelnen Kindern der Nacht, die eben einem Bund angehören.

Allan>und weiß oft nicht, wo überhaupt ein Treffpunkt ist, da nicht jeder Mitglied in einer überregionalen Organisation ist.

Dafür aber erkennen sich Vampire bei Requiem auf den ersten Blick. Wer mit offenen Augen durch seine Domäne geht, kommt gart nicht umhin, früher oder später andere Vampire zu treffen und in Folge auch deren Treffpunkte zu erfahren.

Bei Maskerade (Live) gab es immer das Problem, dass die Art, wie Vampire Kontakt zueinander halten, im Prinzip nie zufriedenstellend geklärt werden konnte. Von der Frage, wie verdunkelte Nosferatu sich ohne Auspex überhaupt gegenseitig finden über die Frage, wie Neuzugänge in der Domäne außer durch das Rite of Introduction überhaupt Clansgeschwister finden (nein, im P&P Setting von Maskerade unterhalten die Clane keine überregionalen Mailinglisten auf yahoogroups!) bis hin zu Fragen, was einen Vampir bei Maskerade eigentlich dazu ermutigt, sich dem Risiko auszusetzen, eine andere Domäne zu bereisen, STROTZT das Maskerade Live Play vor Ungereimtheiten, an die sich die Vampire Live Szene schlicht und ergreifend GEWÖHNT hat und die sie ignoriert:

Neue Vampire in der Domäne melden sich einfach über das interne Domänen-Netzwerk (wer hat sie da drauf gepackt?), treffen einfach auf Hoftreffen ein (woher wussten sie davon?) oder steuern mit größter Selbstverständlichkeit in der Gothic Disco zu den Vampiren, ohne auch nur den gringsten Inplay-Mechanismus zu besitzen, woran sie Vampire erkennen können (Auspex (blasse Aura) ausgenommen).

Allan>- wenn Erstbegegnung einen Test erfordert ist das ein Nachteil, da es spielstörend ist (ansonsten finde ich das Konzept zwar gut, aber es stellt sich die Frage, warum sich Vampire treffen sollten, wenn sie sich als Konkurrenten empfinden)

Wenn die Erstbegegnung Live einen Test erfordert, hast du recht. Aber es gibt bereits Live-Regelwerke (wie Vie) die dieses Problem test-los umgehen. Ist also eine Frage der Live-Umsetzung.

Übrigens empfinden sich auch Camarilla-Vampire als Konkurrenten. Es spielt sie bloß keiner entsprechend ...

Allan>- man muss bei Requiem weniger Repressalien fürchten, wenn man Leute umlegt, was getötete Vampire zu schnell zur Normalität werden lässt

Eigentlich nicht. Wenn jemand aufgrund fehlender Domänenführung leichter zum MMittel des Mordes greift, um seine Ziele zu erreichen, ist es nur logisch, dass andere Vampire ebenso leichter zum Mittel des Mordes greifen, um einen solchen Vampir zu beseitigen, ehe sie das nächste Opfer sind. Das kann in der Anfangszeit zunächst die Mordzahl erhöhen, bis sich die Erkenntnis durchsetzt, dass der Weg über den Mord ein Weg zum Selbstmord ist.

Diese Erkenntnis haben Requiem-Vampire inplay bereits gewonnen. Dass diese Lektion nun im Live-PLay erst heute gelernt wird, liegt daran, dass unsere Vampire schon einige Jahre lang Vampire sind, wir sie aber erst seit heute spielen

Im Prinzip ist das Mittel des Mordes bei Requiem VIEL VIEL VIEL unattraktiver als bei Maskerade. Und zwar deshalb, weil BEKANNT ist (aufgrund eigener Erfahrung des Charakters) dass die nächsten Verwandten jedes Vampirs starke Gefühle desselben - und sein Dahinscheiden - instinktiv bemerken, ja, sie sogar Visionen seines Ablebens erhalten KÖNNTEN.

Mal ehrlich: Wenn der Gedanke daran, dass der Erschaffer UND der Großerschaffer UND die Brut UND die Brut der Brut deines Opfers von deinem Mord instinktiv wissen nicht davon abhält, dir die Sache mit dem Mod nochmal zu überlegen - warum sollte dann ein lahmer Prinz der Camarilla es tun?

Allan>- Metaplot trägt für mich nur zum Flair bei und ist nicht zum direkt spielen gedacht - Bei Requiem braucht man auch ein riesiges Machtlevel um überregional was bewegen zu können, weswegen ein Fehlen hauptsächlich negativ ist

Stimmt in dem Sinne, wenn der Fokus deines Spiels überregional ist. Im Normalfall ist der Fokus des Live-Spiels aber zunächst mal nicht mal regional, sondern lokal. Für diese Art des normalen Live-Spiels ist Requiem ein enormer Vorteil.

Allan>- das große Schreckgespenst vom Sabbat füllen VII und die Irgendwas-Brut meiner Meinung nach nur mangelhaft aus

Weil bei Requiem der Charakter selbst sein größtes Schreckgespenst ist. Anders als Maskerade, das dieses nur behauptet hat, ist Requiem eben WIRKLICH ein "Spiel des PERSÖNLICHEN Horrors" und kein "Spiel des ewigen weltweiten Jyhad".

Allan>- Mangels ordnender Funktion der Camarilla und mächtiger Ahnen im Hintergrund ist es leichter seine Probleme mit Mord zu lösen, anstatt tatsächlich zu intrigieren

s.o.

Allan>- Allgemein vermisse ich einen gewissen vorsichtigen Respekt voreinander bei Requiem; vermutlich weil wir keine traditionsreiche Machtstruktur haben

Eigentlich widersprichst du dir hier. Wenn es so wäre, dass bei Requiem schneller zum Mittel des Mordes gegriffen würde, wäre es da nicht logisch, dass man allgemein wesentlich mehr "vorsichtigen Respekt" voreinander hat als bei der Camarilla, wo man via Stadtnetz allerorten dumme Sprüche gegen Ancillae und Ahnen reißen kann, weil man weiß, dass man dafür ja nicht gleich umgebracht werden wird?

Allan>- es gibt für mich zu wenig unterschiedliche Clans und die Blutlinien machen auf mich den Eindruck von DnD-Klassen...(unheimlich viele, wenig Backround)

Ich höre diesen Punkt immer wieder, und finde ihn höchst absurd (pardon). Einerseits soll Requiem ZU WENIGE Vampir-Arten (Clane) haben, andererrseits aber ZU VIELE (Blutlinien). Wie geht das zusammen?

Was die Detail-Ausarbeitung des Hintergrundes aungeht, so haben die meisten Blutlinien ja wohl MEHR Hintergrund und Fluff, als die Clane (die Clane werden bisher nur im GRW knapp geschildert. Die Clane bei THE HIDDEN haben jeder ein eigenes Kapitel, meist aus 5-10 Seiten).

Ich glaube, die Crux ist wieder mal, dass die Requiem Blutlinien wie Maskerade Blutlinien betrachtet werden. Sind sie aber nicht. Die Welt des Requiems ist ANDERS. Es gibt keine 13 allmächtigen und omnipräsenten Clane, die sich auf einen der 13 Clangründer zurückführen lassen, und daneben eine kleine Gruppe degenerierter oder zumindest minder angesehener Blutlinien, die nnur Powergamerz brauchen.

Bei Requiem existieren 5 Clane und innerhalb derselben eine ungeheure Vielzahl von Vampirfamilien, und das "ganz normal". Nicht alle Familien sind bekannt, nicht alle werden verteufelt oder verrehrt, und der Übergang zwischen einer SIPPE (Vampirefamilie ohne Special Powerz) und einer BLUTLINIE ist fließend. Worauf WW übrigens auch immer wieder hinweist: Fast JEDER Vampir bei Requiem fühlt sich einer bestimmten Familie zugehörog oder betrachtet sich einer bestimmten Linie zugehörig (in Berlin z.B. die Mekhet-Linie Zion) - nur haben einige Linien eben eigene Kräfte entwickelt und andere eben nicht.

Hinzu kommt der i.A. wenig berücksichtigte Gedanke, dass du bei Requiem (a) ohnehin jede physische Disziplin ohne Lehrmeister lernen kannst, (b) wesentlich leichter die Kräfte anderer Clane lernen kannst (dein Clan legt nur fest, welche Kräfte dir quasi "natürlich zufallen". Beispiel dafüt: Ordo Dracul. Im OD Buch heißt es, dass die meeisten Drachen Auspex beherrschen. Die meisten Drachen sind aber keine Mekhet!) und (c) dass man BLUTLINIEN BEITRETEN kann.

Das ganze Konzept von Clan und Blutlinie ist VÖLLIG anders, und der Stellenwert der Blutszugehörigkeit damit ebenso.

Allan>- mich nervt ungemein, dass jede Form der Abstimmung, sofort als carthianisch verteufelt wird, auch wenn es logisch ist, dass sich bei lauter Gleichstarken keiner einfach so durchsetzen kann

Das lässt auf eine Fehlinformation schließen. An sich "sollte"(tm) diese Position nur vom Invictus mit Vehemenz vertreten werden. Bundintern mag es auch in anderen Kabalen strikte Hierarchien geben (Abstimmung unter Drachen? Undenkbar), aber auf Domänenebene?

Umgekehrt: Wo wäre beim normalen Camarilla-Play denn der Vorschlag, etwas abzustimmen, gelandet? Das ist doch anarchisches Gedankengut (außerhalb von Erstgeborenenräten).

Allan>Insgesamt finde ich Masquerade einfach stimmiger, um Live zu spielen, weil ich besser nachvollziehen kann, wieso mein Charakter sich im Elysium rumtreibt und es wichtig ist, eine Gesellschaft aufrechtzuerhalten

In diesem Fall versuche dir mal die Roman-Trilogie von Greg Stolze zu besorgen (siehe Bücherliste). Möglich, dass diese dir den aktuell wohl noch fehlenden Zugang zur Materie eröffnet.

Im übrigen: Ich sage nicht, dass die Ursache deiner mangelnden Requiem-Begeisterung du selbst wärest.

Sollte deine Domäne nämlich Requiem wie Maskerade 2.0 spielen, ist nur zu verständlich, dass der "Gag" an Requiem nicht zündet.

AAS
#24 Re[7]: Requiem versus Maskerade von raben-aas 01.02.2007 11:27

DarkDragon>Soweit ich das Verstanden habe ist der Zirkel der Mutter eher Naturbewusst und ohen Rivalitäten unterienander so ne Gangrel/Path of Lilith/Harmonie Sache ....

In einem Wort: Nein.

Ich möchte zwar Sue mit ihrer Ansicht zum Zirkel so nicht zustimmen (der Zirkel hat fundamentale Gemeinsamkeiten, auch wenn jeder Zirkel andere Praktiken pflegt), aber der Zirkel ist nicht per se "naturbewusst".

Die Fehleinschätzung des Zirkels kommt daher, dass wir in Deutschland aus der New Age Zeit den Gedanken geerbt haben, dass alles, was nicht christlich ist, irgendwie Wicca oder (fürt alle Shadowrun-Spieler) indianisch sein muss.

Das hat Feder & Schwert leider noch verstärkt, indem sie den Circle of the Crone als "Zirkel der MUTTER" FEHLübersetzt haben. Die Mutter ist das Lebensspendende. Wenn man so will: Das "Wicca-Ding". Aber macht es für Vampire Sinn, vor allem die Mutter anzubeten? Blödsinn, natürlich!

Der Zirkel kennt im weiblichen Prinzip drei Figuren (die sich in Wandlung in verschiedenen Kulturkreisen (Nornen, Schicksalgöttinnen...) finden lassen):

Die Jungfer/Maid (Maiden), die Lebensspenderin/Mutter (Mother) und die Greisin/Vettel (CRONE).

Die Vettel ist nicht die Mutter. Sie spendet kein Leben, sondern sie ENDET es. SIe ist der Wegbereiter des Todes, die Hüterin der Pforten, diejennige, welche die wahren Geheimnisse der EEwigkeit kennt, weil sie an der Schwelle zu selbiger steht.

Klingt schon mehr nach Vampire, gell?

Natürlich respektiert der Zirkel auch Maid und Mutter (so wie frühere Priester eines Nachtgottes stets auch den Tagesgott geehrt haben - immerhin gehört beides zum selben Prinzip), aber "Ihre Göttin" oder sagen wir besser ihr Grundprinzip ist eben die Greisin, nicht zuletzt da der Zirkel glaubt, seine Kräfte und Wege von einer Greisin/Vettel/Hexe gelernt zu haben.

Ich will nicht zu sehr in die Interna des Zirkels vordringen, denn die meisten hier MItlesenden spielen keine Anhänger des Zirkels und dürfen UND SOLLEN ihn daher gerne missverstehen.

Es sei nur festgehalten, dass es nicht "den" Zirkel gibt, sondern in vielen Domänen höchst unterschiedliche "Zirkel", die mit anderen Zirkeln gewisse Grundprinzipien gemein haben, ansonsten aber nichts miteinander zu schaffen haben - und sollten sie einander begegnen, sich dann aber gerne austauschen und bei aller Differenz in den Praktiken einen tiefen RESPEKT voreinander haben, da JEDES Mitglied eines Zirkels JEDEN anderen Akolythen dafür respektiert, dass dieser AUF DER SUCHE ist und sich DEN PRÜFUNGEN SEINES GLAUBENS stellt.

AAS
#25 Re[7]: Requiem versus Maskerade von raben-aas 01.02.2007 15:57

Sue>>Die Lancea mag zwar verschiedene Ansichten und Interpretationen haben, aber sie haben eine gemeinsame Grundlage: den Glauben.

DarkDragon>Achja und Christentum Judentum und der Islam haben auch eine gemeinsame Grundlage den Glauben an den ein und den selben wahren Gott .... und die haben auch "fast" keine Konflikte .... selbst wenn der Vergleich zu krass wäre sind die Konflikte dann mit Protestanten/Katholiken zu vergleichen .... was auch jede Menge Krieg bedeutet ...

Die Sache ist tatsächlich nicht einfach zu sagen.

Unterm Strich kann man sagen, dass "der" Zirkel ZWAR aus unzähligen Einzel-Zirkeln besteht, die z.T. völlig voneinander abweichende Riten/Götter/Bräuche haben, dafür aber zumeist höchsten RESPEKT voreinander haben.

Die einzelnen Gemeinden der Lancea Sancta haben dem gegenüber ein gemeinsames zentrales Schriftwerk (Das Testament Longinus) und stimmen daher in der Grundrichtung viel stärker miteinander überein, können sich dafür aber über Abweichungen in der Richtung bis aufs Blut fetzen.

Dies bitte ich aber wiederum nur bildlich zu sehen: Es ist nicht so, dass die Lancea Sancta als Strömung in Dutzende miteinander Krieg führende Schulen zerfasert wäre. Es gibt unterschiedliche Ansätze und Strömungen (Creeds), ja. Es gibt Streeit um Auslegungen und den Willen Gottes, ja, aber dies ist der Streit von Gelehrten und das gegenseitige "Wettern von der Kanzel herab". Zu ECHTEM Streit im Sinne von Blutvergießen kommt es nur dann, wenn eine Gemeinde in sehr zentralen Punkten von der Longinuslehre abweicht, und das zudem in einem Maße, dass "das dunkle Werk" und "der Wille Gottes" mehr davon prfitiert, diese Ketzer auszumerzen, statt sie - ggf. im Laufe von Jahrhunderten - auf den rechten bzw. "richtigeren" Weg zurückzuführen.

Das Problem ist ein bisschen wie das zwischen Requiem und Maskerade. Maskerade hat einen Kanon, der eine größere Gleichförmigkeit von Spielrunden erlaubt, dafür aber für erbitterten Streit um Nichtigkeiten und Auslegungen sorgt. Requiem kennt keinen Kanon, und ist geprägt von wechselseitiger Toleranz der Spielrunden zueinander und Respekt vor der jeweiligen Spielpräferenz.

Im angewandten Beispiel ist die Lancea Sancta also Maskerade, mit einer festen DOKTRIN (Kanon), und Requiem folgt eher dem Zirkel-Ansatz, dass alles eine Frage der persönlichen Präferenz ist und jeder den Weg gehen muss, der für ihn richtig ist.

AAS
#26 Re[2]: Requiem versus Maskerade von Allan 01.02.2007 23:07

Ok, letztendlich hängt natürlich immer alles von der Art und Weise des Spiels ab. Da kann das beste System nichts helfen.
(Ich zitier jetzt nicht alles, sonst platzt der Post aus allen Nähten)

Zum Thema Vampire erkennen:
Auch wenn man bei Masquerade andere Vampire nicht direkt spürt, gibt es eine Möglichkeiten, sie zu finden, wenn man weiß, wonach man sucht. Z.B.:
- die meisten Vampire sind von Natur aus bleich und keiner kann das Blut aufwenden, das immer zu verbergen
- Vampire mit Präsenz (immerhin die Hälfte der Camarillaclans) stechen aus der Menge heraus, was ein ausreichend erfahrener Vampir erkennen kann
- selbst in den überfülltesten Gothicschuppen können einem die Leute auffallen, die nichts trinken
- da viele Vampire aus anderen Zeiten stammen oder sonstige clansbedingte Besonderheiten haben (Reizbarkeit, Faszination für Schönheit, Wahnsinn,...) kann man danach Ausschau halten

Einsamkeit und Wahnsinn:
Sterbliche und Ghule können mitunter bessere Gefährten sein als Vampire. Abgesehen davon reicht es für soziale Kontakte aus, sich mit den Vampiren des eigenen Bundes zu treffen. Je nach Charakter ist es oft einfach zu stressig sich mit "Minderen" oder sonstigen Leuten, die man nicht mag, abzugeben.

Ungereimtheiten und Reisen:
Ich sehe keine Gründe, weshalb es in Requiem sinnvoller ist, zu reisen; Nosferatu haben immernoch Verdunkelung und wieso sollten sie in ihren Löchern überhaupt verdunkelt sein?
Wenn wir vom Setting ausgehen sind Einwohner von Masquerade-Städten genauso von verschwägerten kleineren Sippen, die auf bestimmte Ahnen zurückgehen bevölkert und Reisende sind eher selten. Ungereimtheiten in einzelnen Domänen gehen nicht auf das System zurück und sind aufgrund der Ähnlichkeit beider Systeme übertragbar.

Vampire als Konkurrenten:
Auch wenn sich Masqueradevampire als Konkurrenten empfinden, ist es doch ein Unterschied, ob man die Macht des anderen ständig spürt oder sich mehr um Jagdgebiete streitet.

Mord:
Fakt ist, in Requiem muss man weniger Angst vor älteren und mächtigeren Vampiren haben, weil es einfach weniger gibt. Wenn man weniger Angst vor dem Sheriff oder der Geißel hat, hat man weniger Hemmungen. Alles weitere hängt von Charakteren ab, nicht vom System.
Ebenso, wie du schlechte Erfahrungen mit Masquerade gemacht hast, hab ich halt die Erfahrung gemacht, dass man schnell stirbt, wenn man nicht aufpasst. Hab's trotzdem geschafft über ein Jahr zu überleben und mittlerweile an der Macht zu sein.^^ Ich habe Hoffnung, dass sich auch bei uns noch ein paar Ungereimtheiten ausbügeln.

Metaplot:
Wieso es ein Vorteil ist, wenn keiner da ist, verstehe ich nicht ganz. Man muss ihn ja nicht spielen, es ist nur stylisch Teil einer Jahrhundertealten Gesellschaft und eines teilweise Jahrtausendealten Clans zu sein. Da kann man so lokal sein, wie man will.

Schreckgespenst und persönlicher Horror:
Meiner Meinung nach schließen sich Jyhad und Horror nicht aus. Im Gegensatz hat Masquerade in Punktio Monstren mit Ahnen als Abschreckendes Beispiel und selbst beschreitbaren Pfaden einiges mehr zu bieten. Bzw. sehe ich nicht, inwiefern der Schwerpunkt in Requiem mehr auf "dem Charakter als Monster" liegt.

Respekt&Mord:
Jemanden den man respektiert bringt man nicht so leicht um. Bei Masquerade geht es bei Verwandtschaft und Netzwerken viel weiter nach oben, da sich Vampire nicht irgendwann schlafen legen und Sachen vergessen.
Wenn man sich in der Camarilla über mächtige Leute das Maul zerfetzt und die das erfahren, hat man schnell mal gesperrte Konten, eingeschränkte Jagdrechte und das letzte bisschen Status ist auch weg, wenn die Harpyien erstmal mit einem fertig sind.

Clans&Blutlinien:
Das Problem das ich habe, ist, dass man innerhalb der Clans wenig Auswahlmöglichkeiten hat und die vielen, vielen Blutlinien für eine einzelne Domäne keinerlei Relevanz haben, da sie meist irgendwo ganz woanders existieren.
Ausserdem sind die 13 Clans weder omnirpäsent noch allmächtig und die wenigen Blutlinien, die es gibt, existieren nicht nur für Powergamer. Selbst wenn man keine davon spielt, kommt damit eine gewisse Exotik ins Spiel, wenn man weiß, dass es da noch mehr gibt. Wenn es 200 Blutlinien gibt, sind die eben was alltägliches.

Wie oben schon gesagt, gibt es auch in Masquerade Sippen eng verwandter Familien innerhalb eines Clans. Mag sein, dass es mangelhaft ausgespielt wird; das liegt aber nicht am System. Das es da noch mehrere Dutzend Linien mit Sonderkräften geben muss, leuchtet mir nicht ein.

Vielmehr finde ich es sogar ein wenig hemmend für größere Familienentwicklung, wenn es eine große Anstreungung darstellt einen Vampir zu erschaffen. Wobei die existenten Familien dann zugegebenermaßen engere Verhältnisse haben dürften.

Abstimmungen:
Das hängt einfach vom Machtfaktor und persönlicher Einstellung ab. Wenn man stark genug ist, niemanden zu brauchen, kommt man eben ohne Abstimmungen zurecht.
Das mit den Carthianern basiert eben auf persönlicher Erfahrung und eignet sich zugegebenermaßen nicht als Argument, um das System zu beurteilen.

Zusammenfassend halte ich, neben einigen Makeln im Style des Spiels, Requiem für weniger gut geeignet (nicht gleichbedeutend mit "ungeeignet", es ging um einen Vergleich) Live zu spielen, da mir immernoch nicht ganz einleuchtet, wieso sich Vampire, die nicht einem Bund angehören nicht einfach aus dem Weg gehen.

Grundsätzlich sehe ich aber nicht den großen Unterschied in der Spielweise zwischen beiden Systemen, was die Fragestellung, welches sich besser eignet, etwas in Frage stellt.

Vielleicht hab ich es überlesen, aber was genau macht denn Requiem so anders? (bzw. nicht zu Masquerade 2.0)
Am Ende läuft es doch darauf hinaus, was einem besser gefällt, oder nicht?
#27 Re[3]: Requiem versus Maskerade von Allan 01.02.2007 23:11

Zusatz:
Frenzygefahr bei Erstbegegnung halte ich nicht unbedingt für eine gute Voraussetzung für LIVE, selbst wenn die Raubtiernatur gut unterstreicht.
#28 Re[3]: Requiem versus Maskerade von raben-aas 02.02.2007 09:35

Allan>- die meisten Vampire sind von Natur aus bleich und keiner kann das Blut aufwenden, das immer zu verbergen

Ja, aber ob jemand bleich ist, erkennt ein Maskerade-Vampir nur durch genaues Hinsehen bei nächster Nähe (denn: Vampire sehen im Dunkeln witziger Weise nicht besser als Menschen). Requiem-Vampire sehen und erkennen einander auch auf 100m Entfernung.

Bedeutet: Ein Requiem-Vampir, der den Kurfürstendamm hinabgeht, sieht und erkennt automatisch alle Vampire, an denen er vorbeikommt oder die z.T. weit vor ihm über eine Kreuzung gehen. Der Maskerade-Vampir kann auf der gleichen Strecke vielleicht 20-30 Personen (von hunderten) lange und genau genug betrachten und erwägen, ob diese vielleicht bleich weil tot oder nur bleich weil erkältet sind.

Allan>- selbst in den überfülltesten Gothicschuppen können einem die Leute auffallen, die nichts trinken

Nein. Denn viele Gothics (unds andere Discogänger) sind Geizkragen oder chronisch pleite und haben vor der Disco in einem Gebüsch ihren 6er Bier versteckt.

Allan>- da viele Vampire aus anderen Zeiten stammen oder sonstige clansbedingte Besonderheiten haben (Reizbarkeit, Faszination für Schönheit, Wahnsinn,...) kann man danach Ausschau halten

Oh ja, super. Da freu ich mich drauf, nem Vampir zuzusehen, der nachts durch Kneipen tingelt und nach reizbaren, wahnsinnigen oder von Schönheit faszinierten Gästen Ausschau hält

Allan>Einsamkeit und Wahnsinn:
Allan>Sterbliche und Ghule können mitunter bessere Gefährten sein als Vampire.

Sind es im Regelfall aber nicht, schlicht weil sie nicht deine Probleme haben. Sie können dich nicht verstehen, deine Konflikte nicht nachvollziehen und dir nichts über dein Requiem und deinen Platz in der Welt erzählen. Zudem kannst du mit einem Ghul ohnehin kein normales Gespräch führen, da dieser dank Vinculum voll auf dich fixiert ist und dir eh nach dem Mund redet.

Allan>Abgesehen davon reicht es für soziale Kontakte aus, sich mit den Vampiren des eigenen Bundes zu treffen.

Ja. Aber wenn du das tust, läufst du Gefahr, in Unkenntnis der Entwicklungen in der Domäne unerkannt ins Messer zu laufen. Es ist für jeden Vampir eindeutig weiser, sich in mehrere Richtungen zu orientieren und seine Kontakte nicht so zu beschränken.

Allan>Ungereimtheiten und Reisen:
Allan>Ich sehe keine Gründe, weshalb es in Requiem sinnvoller ist, zu reisen

Das habve ich nicht behauptet. Es wird nur im Allgemeinen gesagt, dass Reisen bei Maskerade sinnvoller sei als bei Requiem. Und das stimmt so nicht. Im direkten Vergleich ist das Reisen bei Requiem "gefahrvoller", weil du in der neuen Domäne jede Menge neuer Vampire triffst (= Makel des Raubtieres), dafür ist das Reeisen bei maskerade "gefahrvoller", weil du in der Ödnis zwischen den Domänen von Werwölfen gehetzt wirst, die nix Besseres zu tun haben, als "Diener des Wyrm" zu killen. Die restlichen, zahlreichen Gründe, die gegen Reisen sprechen, sind bei beiden Systemen in etwa gleich.

Das Vampire Live Rollenspiel hat einige Besonderheiten hervorgebracht, die viele Spieler heute mit Eigenarten des Systems schlicht verwechseln.

So kommt es in jeder Maskerade-Domäne fast allwöchentlich (oder was immer die Spielfrequenz ist) vor, dass neue Vampire anreisen und andere abreisen oder verschwinden. Im Tischrollenspiel zu Maskerade sind die Domänen aber keineswegs Verschiebebahnhöfe reisender Neonaten!

Diese "Live-Verzerrung" wird bei Maskerade aufgrund der Gewöhnung billigend in Kauf genommen - obwohl sie Stuss ist - unterdessen die Gründe, die bei Requiem gegen das Reisen sprechen, als großes, ja, unüberwindbares Problem gesehen werden.

Und das, wohlgemerkt, obwohl es für Requiem sogar ein Quellenbuch extra über reisende Vampire gibt ("Nomads").

Allan>Nosferatu haben immernoch Verdunkelung

Richtig. Aber sie haben keinen Grund mehr, in der Öffentlichkeit verdunkelt herumzulaufen.

Allan>und wieso sollten sie in ihren Löchern überhaupt verdunkelt sein?

Es ging mir nicht um die Kanalisation, sondern um die Live-typischen Treffen an anderen Orten.

Allan>Wenn wir vom Setting ausgehen sind Einwohner von Masquerade-Städten genauso von verschwägerten kleineren Sippen, die auf bestimmte Ahnen zurückgehen bevölkert und Reisende sind eher selten. Ungereimtheiten in einzelnen Domänen gehen nicht auf das System zurück und sind aufgrund der Ähnlichkeit beider Systeme übertragbar.

Richtig.

Allan>Vampire als Konkurrenten:
Allan>Auch wenn sich Masqueradevampire als Konkurrenten empfinden, ist es doch ein Unterschied, ob man die Macht des anderen ständig spürt oder sich mehr um Jagdgebiete streitet.

Man spürt bei Requiem die Macht des anderen aber nicht ständig (zumindest nicht in dem Maße, dass sie das Verhalten signifikant beeinflussen würde). Der Makel des Raubtieres gilt nur bei ERSTBEGEGNUNG. Klar weiß ich ab da, dass der andere ggf. härter ist als ich - aber das weiß ich bei Maskerade auch (die wenigsten Ahnenn und Ancillae bewegen sich inkognito).

Allan>Mord:
Allan>Fakt ist, in Requiem muss man weniger Angst vor älteren und mächtigeren Vampiren haben, weil es einfach weniger gibt.

Unzutreffend. Der Erschaffer und Großerschaffer meines Feindes sind eine sehr reale Gefahr (ggf. mehr Potestas, mehr Alter), Brut und Großbrut ebenso (mehr Annzahl als ich alleine). Wenn ich bewerten muss, ob ich eher Angst vor einer Gruppe Vampire habe, die persönlich mit meinem Opfer verwandt sind und ggf. instinktiv wissen, dass ich der Mörder bin, oder ob ich Angst vor einem Sheriff habe, der keinen Dunst hat, dass ich es war und in aller Regel ein an Mordaufklärung völlig uninteressierter Sesselfurzer bzw. ein Bestechlicher ist, hab ich vor der Meute der Familie, die mir BLutrache schwört, wohl mehr Angst.

Allan>Ebenso, wie du schlechte Erfahrungen mit Masquerade gemacht hast, hab ich halt die Erfahrung gemacht, dass man schnell stirbt, wenn man nicht aufpasst.

Was ja okay ist. Solange das Prinzip sich eben langsam "ausgleicht" (unterm Strich wird die Zahl der Charaktertode bei gleicher grundlegender Art der Spielhärte gleich bleiben: Bei Requiem werden die Konflikte in der Domäne härter geführt - was SC Tode begünstigt, keine Frage - dafür fallen die klassischen "Schlachten-Plots" (Sabbat, Anarchen, Werwölfe) weg. Zwar gibt es Belials Brut, VII und Werwölfe, aber alle drei sind als Antagonisten WEIT weniger präsent (BB und VII, weil sie generell seltener sind, und die WErwölfe, weil diese als Rasse nix gegen Vampire haben (die sind ihnen tendenziell scheißegal)).

Allan>Metaplot:
Allan>Wieso es ein Vorteil ist, wenn keiner da ist, verstehe ich nicht ganz. Man muss ihn ja nicht spielen, es ist nur stylisch Teil einer Jahrhundertealten Gesellschaft und eines teilweise Jahrtausendealten Clans zu sein. Da kann man so lokal sein, wie man will.

Das ist reine Geschmackssache. Mein Empfinden ist: Wenn meine Existenz als einzelner Vampir in Relation gesetzt wird zu einer tausendjährigen Geschichte von Übervampiren, die sich - und das ist der kritische Punkt - auch heute noch fortsetzt, und zwar ohne dass ich darauf den geringsten Einfluss habe, dann bin ich ein kleiner doofer Furz und völlig irrelevant. Wenn aber alle Vampire meiner Domäne nur das "hier und jetzt" als Story haben (plus einige alte Legenden) und die Domäne - d.h. hier: ALLES, die ganze Erlebniswelt aller Charaktere - durch MICH gestaltet werden kann, dann finde ich das wesentlich stylischer als Zuschauer zu FÜßen von Giganten zu sein.

Allan>Schreckgespenst und persönlicher Horror:
Allan>Meiner Meinung nach schließen sich Jyhad und Horror nicht aus. Im Gegensatz hat Masquerade in Punktio Monstren mit Ahnen als Abschreckendes Beispiel und selbst beschreitbaren Pfaden einiges mehr zu bieten. Bzw. sehe ich nicht, inwiefern der Schwerpunkt in Requiem mehr auf "dem Charakter als Monster" liegt.

Erstens: Persönlicher Horror beginnt bei der einzelnen Figur des Vampirs. In Ermangelung von Jyhad und Metaplot (ablenkende Faktoren, da der Charakter hierauf keinen Einfluss hat) ruht der Fokus stärker auf dem einzelnen Vampir.

Zweitens: Der persönliche Horror ist in beiden Systemen geprägt vom Gedanken schwindender Menschlichkeit, dem langsamen Fallen an die Bestie. Requiem begünstigt dieses Spiel um Moral und Ethik durch das Prinzip von Tugend und SÜnde. Maskerade schwächt das Drama schwindender Humanitas sogar noch ab, indem es mit den Pfaden quasi die Penicillin-Kur gegen Gewissensbisse anbietet. Bei Requiem gibt es keinen Ausweg, keine Alternative zur Moralität. Bei Maskerade gibt es ein reichliches Angebot vo "kewlen Pfaden", mit denenn du "voll evil" sein kannst ohne Gewissensbisse zu haben. Damit ist der persönliche Horror weg.

Allan>Clans&Blutlinien:
Allan>Das Problem das ich habe, ist, dass man innerhalb der Clans wenig Auswahlmöglichkeiten hat und die vielen, vielen Blutlinien für eine einzelne Domäne keinerlei Relevanz haben, da sie meist irgendwo ganz woanders existieren.

Das ist schlicht unrichtig. Es trifft auf Einzellinien wie die Bruja oder die Oberlochs zu, aber mit der Option, dass sich jedes MItglied eines Clanes in etwa 10 Blutlinien "fortentwickeln" (= ihnen beitreten) kann (Tendenz steigend), hat jeder Requiem Charakter faktisch mehr Entwicklungsmöglichkeit im Blut, als der auf Clan = Disziplinen, Schwächen, Politik, Grundauffassungen und Generation festgetackerte Maskerade-Vampir.

Allan>Ausserdem sind die 13 Clans weder omnirpäsent noch allmächtig und die wenigen Blutlinien, die es gibt, existieren nicht nur für Powergamer. Selbst wenn man keine davon spielt, kommt damit eine gewisse Exotik ins Spiel, wenn man weiß, dass es da noch mehr gibt. Wenn es 200 Blutlinien gibt, sind die eben was alltägliches.

Du widersprichst dir in einem fort. Einerseits sind Blutlinien zu exotisch und selten, weil sie irgendwo anders existieren, andererseits zu banal, weil es zu viele davon gibt.

Jeder "reguläre" Requiem-Vampir hat inplay vielleicht von 5 Blutlinien "mal was gehört" (vielleicht Name, eine Legende, eine angebliche Kraft). Dass es in Wahrheit inzwischen so ca. 50 gibt, spielt in der Wahrnehmung der Charaktere und somit im Spiel keine Rolle (es sei denn, der Erzähler will es so).

Allan>Wie oben schon gesagt, gibt es auch in Masquerade Sippen eng verwandter Familien innerhalb eines Clans. Mag sein, dass es mangelhaft ausgespielt wird; das liegt aber nicht am System. Das es da noch mehrere Dutzend Linien mit Sonderkräften geben muss, leuchtet mir nicht ein.

Und was ist schlimm daran? Du kannst die Blutlinien bei Requiem voll ignorieren, wenn es dir gefällt, und wenn dir die 5 Clane ann Variabilität nicht genügen, bietet das System dir die Option und lässt dir auch inplay die Freiheit, daran etwas zu ändern. WENN du willst. Ich verstehe nicht, was daran schlecht ist, eine Wahl zu haben.

Allan>Vielmehr finde ich es sogar ein wenig hemmend für größere Familienentwicklung, wenn es eine große Anstreungung darstellt einen Vampir zu erschaffen. Wobei die existenten Familien dann zugegebenermaßen engere Verhältnisse haben dürften.

Exakt. Plus: Der erschwerte Erschaffungsmechanismus bei Requiem blockiert einerseits die im Maskerade Live oft heiß umstrittene Unlogik der "Massenerschaffung" UND unterfüttert zudem sinnvoll das Argument, warum jeder Erschaffer sich gut überlegt, ob er ein Kind erschafft und WER dieses Kind sein wird. BEi Maskerade musste als Begründung stets hinhalten, dass die Erschaffung "Vom Prinzen verboten" ist. Warum allerdings der Prinz schon aus reinem EIgenmachterhalt nicht jedes Jahr 4 Kinder erschafft bzw. warum die Gangrel von ihrer (korrekten) Auffassung, dass kein Prinz der Lüneburger Heide existiert, Gebrauch machen, ist stets etwas schwammig geblieben (ja, es gibt auch bei Maskerade Gründe, nicht zu viele Kinder zu erschaffen - trotzdem bleibt fraglich, warum nicht von der Camarilla enntäuschte Vampire zur "Sabbat-Taktik" der Massen- oder sagen wir Serienerschaffung greifen, um unliebsame Prinzen zu ärgern (Smiling Jack ist hier der einzige dokumentierte Sonderfall. Warum?).

Allan>Zusammenfassend halte ich, neben einigen Makeln im Style des Spiels, Requiem für weniger gut geeignet (nicht gleichbedeutend mit "ungeeignet", es ging um einen Vergleich) Live zu spielen, da mir immernoch nicht ganz einleuchtet, wieso sich Vampire, die nicht einem Bund angehören nicht einfach aus dem Weg gehen.

Wenn das dein ARgument ist: Das ist für das Live-Spiel doch völlig WURST! Die meisten Vampire SIND ja in irgendeinem Bund. Die Ungebundenen bei Requiem entsprechen in Zahl und lokaler Bedeutung recht genau den Anarchen (sind aber leichter zu spielen, da sie bei Requiem besser mit den Vampiren der BÜnde harmonieren können als Anarchen mit der Camarilla).

WENN du einen Freien bei Requiem spielst und das Problem hast, dass du seine Motivation, an Treffen teilzunehmen, nicht verstehst, dann DENK DIR WAS AUS. Es gibt gewiss Freie und ja auch Mitglieder von Bünden, die NICHTS mit Vampiren außerhalb ihres Bundes bzw. ihrer Clique zu schaffen haben wollen - aber das sind NICHT die VAmpire, die wir live spielen, sondern HINTERGRUND-Charaktere (die von der SL per Brief-Spiel oder als SL-NSC auf Bundtreffen simuliert oder eben völlig ignoriert werden).

Allan>Vielleicht hab ich es überlesen, aber was genau macht denn Requiem so anders? (bzw. nicht zu Masquerade 2.0)

Siehe sämtliche Texte hier und auf www.vampire-requiem-live.de
Wenn du es dadurch nicht erstehst, kann ich es dir nicht erklären.

Allan>Am Ende läuft es doch darauf hinaus, was einem besser gefällt, oder nicht?

Das ohnehin.

Der Unterschied ist nur, dass es bei aller Präferenz auch objektive, systemimmanente Gründe gibt, die Requiem in Teilaspekten besser für das Live-Spiel eignen lassen als Maskerade. Mechaniken wie das automatische gegenseitige Erkennen als Vampir, Fokussierung der (Live-)Domäne als Dimension der Story, bestimmte Wirkungsweisen der Disziplinen (mehr Diszis, die live gut darstellbar sind), reichere Möglichkeiten der Charakterentwicklung im Spiel (Aufstieg in Hierarchie der Domäne UND des BUndes (voneinander entkoppelt: Du kannst im Bund weit obeen und in der Domäne trotzdem ein kleines Licht sein), Bundwechsel, Blutlinienbeitritt) ...

Natürlich wiegen diese Faktoren nicht auf, dass einige eben Maskerade lieber spielen und immer spielen werden.

Fluff goes first
#29 Re[4]: Requiem versus Maskerade von raben-aas 02.02.2007 09:37

Allan>Frenzygefahr bei Erstbegegnung halte ich nicht unbedingt für eine gute Voraussetzung für LIVE, selbst wenn die Raubtiernatur gut unterstreicht.

Im Gegenteil. Das Schlüsselwort ist FrenzyGEFAHR. "Gefahr" ist Konflikt, ist Action, ist Rollenspiel-Anlass, kann sogar Plotquelle sein (z.B.: STOLZER Vampir kuscht vor mächtigerem Vampir und ist daraufhin so angefressen, dass er glaubt, es diesem Vampir beweisen und heimzahlen zu müssen).
#30 Re[4]: Requiem versus Maskerade von Aglazan 02.02.2007 10:11

Allan>>Einsamkeit und Wahnsinn:
Allan>>Sterbliche und Ghule können mitunter bessere Gefährten sein als Vampire.

raben-aas>Sind es im Regelfall aber nicht, schlicht weil sie nicht deine Probleme haben. Sie können dich nicht verstehen, deine Konflikte nicht nachvollziehen und dir nichts über dein Requiem und deinen Platz in der Welt erzählen. Zudem kannst du mit einem Ghul ohnehin kein normales Gespräch führen, da dieser dank Vinculum voll auf dich fixiert ist und dir eh nach dem Mund redet.

Hinzu kommt: sobald der Vampir keine so hohe Menschlichkeit mehr hat, wird es auch etwas schwierig, sich wirklich voll und ganz auf Menschen als gleichwertige Freunde und Vertraute einzulassen (bzw. auch die Menschen dürften, vielleicht nur rein unterbewusst und instinktiv, merken, dass da etwas "bedrohlich" ist und entsprechend reagieren). Klar kann man da mit Disziplinen "gegenarbeiten", aber das läuft dann wieder darauf hinaus, dass man keinen wirklichen Gesprächstpartner, der auch mal Contra gibt, sondern einen Untergebenen, der einem gefallen will, hat.
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